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Österreichisches Fuhrwesen

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  • Österreichisches Fuhrwesen

    Ich bin unsicher bezüglich der Kopfbedeckung des österreichischen Fuhrwesens 1813.
    Bisher war ich der Meinung, dass ab 1809 der Korsehut durch Tschako ersetzt wurde. Meine Quellen sind nicht nicht eindeutig, wobei Adam den Korsehut darstellt.

    In Jörg Titze "Das Fuhr- und Packwesen der Österreichischen Armee im Feldzug von Leipzig" ist in den Montur- und Ausrüstungslisten immer nur Hüte a la Corse erwähnt, keinesfalls ein Tschako.

    Liege ich richtig, dass damit bei Leipzig das Militär-Fuhrwesen-Corps den
    Corse-Hut als Kopfbedeckung hatte?

    Dies würde der Darstellung der Trainknechte im Modellbereich (Hät und Schmäling) zumindest für Leipzig widersprechen.

  • #2
    Auch wieder mal so eine Frage, die ich schon lange gerne einer verbindlichen Antwort zugeführt hätte.
    Die "Tschako-Fraktion" kann sich auf Ottenfeld stützen, Karger endet 1809 (ich kann ihn momentan nicht einsehen).
    Vielleicht gab es beides parallel ...

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    • #3
      Oder Zweispitz?

      Ich hätte für 1813 noch den Zweispitz anzubieten, s. hier ("Gemeiner der Artillerie" - wohl Fuhrwesen gemeint)

      www.napoleon-online.de/meissenerBH_sonstige.html

      Eine Erklärung für den "Wildwuchs" könnte die allgemeine Finanznot sein, Österreich hatte ja 1811 den Staatsbankrott erklärt. 1813 musste dann die Armee aus dem Stand verdoppelt werden, d.h. man nahm am Monturen etc., was man fand.

      Gruß, Tom

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      • #4
        Tschakos scheiden – wenn sie einen Lederdeckel haben – m.E.n. aufgrund der Kosten aus.
        Die gemachten Angaben in der von Dir erwähnten Quelle zum Fuhrwesen geben das wieder, was als Ausrüstung im Bundschuh (Militärökonomiesystem 1813) steht. Bei der Vielzahl von aufgestellten Fuhrwesens-Divisionen kann es auch zu Abweichungen gekommen sein. Aber mit dem Hut a la corse liegst Du nicht falsch.

        Tom, die Hellblauen sind die Handlanger, der Train hatte gelb.
        Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

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        • #5
          Johann Adam Klein

          Jörg,

          danke für den Hinweis, war Verwechselung. Klein zeigt, glaube ich, auch Handlanger (blaue Abzeichen) mit korsischem Hut...

          Gruß, Tom

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          • #6
            Karger teilt uns mit, dass 1808 der Corsé-Hut eingeführt, im selben Jahr allerdings eine Division probehalber mit Tschakos ähnlich denen der Infanterie ausgerüstet wurde.
            Wie es weiter ging?
            Es scheint mir zumindest möglich, dass es 1813 beide Kopfbedeckungen gegeben hat.

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            • #7
              Insofern der Tschako großflächiger eingeführt worden wäre, würden meiner Meinung nach die nach dem Feldzug von 1809 stehen gebliebenen Fuhrwesensdivisionen mit diesem ausgerüstet worden sein. Da Herr Bundschuh den Tschako in seiner Aufstellung der Monturssorten für die Fuhrwesensdivisionen nicht erwähnt, also dem das Rechnungswesen führenden Beamten sowie dem die Reparaturgelder empfangenden und die Haltezeit beachtenden Divisionskommandanten in diesem Punkt nur die Äquivalente für den Korsehut an die Hand gibt, scheint selbiger auch 1812/13 die Standardkopfbedeckung gewesen zu sein.
              Natürlich ist bei dieser immensen Vermehrung des Fuhrwesens nicht auszuschließen, dass auch Einheiten den Tschako oder gar den einfachen Hut trugen, dennoch sehe ich dies mehr als Ausnahme.
              Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

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              • #8
                Ich weiß nicht, ob's hilft, aber für 1815 existiert eine Abbildung mit Korsenhut - sofern es sich um einen Trainfahrer handelt. Im Hintergrund ist jedenfalls eine Schmiede zu sehen.
                Sorry, die Qualität ist etwas schlecht, aber als DOC hat es die zulässige Größe gesprengt
                Angehängte Dateien

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                • #9
                  Ottenfeld

                  Interessant wäre in dem Zusammenhang, worauf sich Ottenfeld in seiner Darstellung für 1809 stützt.
                  Gibt es dazu im Textband Hinweise?
                  Ich habe leider nur die Bilder.

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                  • #10
                    Es ist sicherlich zu beachten, dass Offiziere und Beamte wie häufiger in der österreichischen Armee andere Kopfbedeckungen als die Mannschaften trugen.

                    Grüße

                    Gunter

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                    • #11
                      Deshalb sollten wir uns jetzt zunächst einmal auf die mannschaften beschränken, wobei in der Aufstellung, die ich eingangs genannt habe
                      und die Bundschuh als Basis hat, keinerlei Tschakos erwähnt werden.

                      Gruß

                      Michael

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                      • #12
                        Ottenfeld

                        Im Ottenfeld finde ich folgende Hinweise auf die Adjustierung des Fuhrwesenkorps.

                        Für die Zeit bis 1805:
                        Fuhrwesen: mausgrauer Rock und Hose, Röckelschnitt nach dem infanterieschnitt, hohe Stiefel; hellgelbe Aufschläge, ebenso Schösselfutter, schwarzer Hut wie Pontonnier mit schwarz-gelber Rosette und Federbusch, am linken Arm gelb-schwarze Armbinde, gar keine Waffe. - Officier: mausgrauer Rock, weisse Hose, hohe Stiefel, silberbordierter Hut, Degen, keine Feldbinde.
                        Für die Zeit ab 1805:
                        Die Adjustirung des Fuhrwesencorps schmiegte sich allmälig derjenigen anderer Heeresbestandtheile an; die Unterschiede traten umso schärfer bei dem innigen Zusammenhange mit der Artillerie hervor. Schon 1772 sollte das Corps den rehfarbigen Artillerierock erhalten, doch blieb "aus Ersparungsrücksichten" immer wieder der weisse Rock (mit kaisergelber Egalisirung) im Gebrauche. Die Officiersvorschrift vom Jahre 1811 enthält für den Fuhrwesen-Officier folgende Bestimmungen, die ihm den 1805 an Stelle des "runden Hutes" eingeführten Corsèhut nahmen: Hut nach Infanterievorschrift (Stabsofficiere ohne Goldborten). - Rock schwarzgrau-melirt mit gleichem Futter, Aermel und Kragen kaisergelb, Knöpfe weiss nach Infanterieart. - Ueberrock von derselben Farbe, nach Infanterieart. - Uebungshose und Stiefel mit Stahlsporen wie deutsche Cavallerie. - Schabracke wie deutsche Cavallerie, Reitzeug nach Huszarenart, der kleine Mantelsack auf dem Reitpferde zu führen. - Gilet, Beinkleider, Mantel, Handschuhe, Degen, Portepée, Haare und Backenbart wie Infanterie mit Beobachtung der für Stabsofficiere bestehenden Auszeichnung; keine Feldbinde. Erst ein Jahr vorher (1810) hatten die Adjutanten des Fuhrwesencorps das goldene Portepée erhalten.
                        Leider findet sich im Ottenfeld für 1805ff keine so detaillierte Darstellung der Mannschaftsuniform - es wird erst die Adjustierungsvorschrift vom Januar 1828 zitiert, in der für das Fuhrwesen ein Tschakomodell ähnlich dem der Infanterie beschrieben wird.

                        Markus Stein
                        "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

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