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Feldkessel

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  • Feldkessel

    Nach meinem Kenntnisstand waren die Feldkessel aus Kupfer (verzinnt?) und für eine Kochgemeinschaft von 10 Mann ausgelegt. Das Fassungsvermögen dürfte um die 6 - 8 Liter gelegen haben.
    Bei einem angenommenen Durchmesser der Öffnung von 25 (20) cm war der Kessel dann (vereinfacht nach V = пr2h) zwischen 12 (19) und 16 (25) cm hoch bzw. tief.
    Eine größere Öffnung kann der Kessel nicht gehabt haben, da er (zumindest bei der sächs. Infanterie) auf der oberen Schmalseite des gepackten Tornisters zu tragen war.

    Aber dies sind nur Vermutungen. Hat zufällig jemand nähere Angaben zu Größe, Gewicht und Aussehen eines Feldkessels?
    Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

  • #2
    In welcher Armee ?

    Zu den französischen Marmites findest Du hier etwas:

    http://www.demi-brigade.org/marmite.htm

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    • #3
      Hallo Oli,

      auf Dich ist halt Verlass.

      In erster Linie – mei Guudsd’r – geht es natürlich um die sächsische Armee, aber da hier das Material zu solchen Dingen so was von hauchdünn ist, natürlich gern auch andere Armeen.

      Der oben auf den Tornister gepackte und mit dem langen Packriemen befestigte Kessel ist genau nach der Art wir sie der hierzu erlassene sächs. Tagesbefehl (Text stelle ich noch ein) vorschreibt. Es wird mit Einführung dieser Packart eine Verlängerungen des langen Packriemens anbefohlen, da dieser scheinbar hierfür nicht lang genug war.

      Interessant ist die Nierenform, die ja den großen Vorteil hat, dass mehrere Kessel mit einer genügend großen hitzebeaufschlagten Fläche um ein Feuer gestellt werden können.
      Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

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      • #4
        Zum preußischen Kochgeschirr ab 1809 - eines pro Soldat, trotzdem sehr groß - findest Du hier etwas:

        http://www.reenactorforum.waszmann.d...=1178131450/16

        Ich dachte die Nierenform hat lediglich den Vorteil, daß die Teile besser (enger) am Körper anliegen können ? Eine Halbkreis/Halbellipsen-Form, bei der mehr Wasser in den Kessel paßt, würde doch denselben Effekt haben, was das Aufheizen angeht ?
        Zuletzt geändert von Sans-Souci; 28.12.2011, 10:21.

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        • #5
          Auch dafür danke.

          Bei der Halbkreis- und noch mehr bei der Halbellipsenform ist der Abstand von der geraden zur gebogenen Seite größer als Abstand der beiden gebogenen Seiten bei der Nierenform (kocht hier also besser durch). Auch muß die ans Feuer zu bringende Fläche bei der Nierenform größer sein als bei den anderen Formen, wenn der Inhalt (Wasservolumen) gleich ist.
          Alle Formen sind sicher geeignet, den Feldkessel oben auf den Tornister zu schnallen, damit der Hintermann in der Antreteordnung nicht gestört wird.
          Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

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          • #6
            Ich hab leider nicht die Kenntnisse, um das physikalisch zu beweisen, aber rein geometrisch macht es keinen Unterschied, ob die dem Feuer zugewandte Seite des Kessels gerade oder nach innen gebogen ist, da für die Hitzeaufnahme nur zählt, wie groß die Distanz zwischen linker und rechter Kante der dem Feuer zugewandten Seite des Kessels ist.

            Und vermutlich wirkt sich der relativ geringe Unterschied zwischen der Nieren- und der Halbkreisform in der Praxis auch nur sehr wenig aus -man müßte bei einem Re-Enactment ein Verglechskochen mit den unterschiedlichen Kesselformen machen, vielleicht mit einem preußischen 1809er und einem 1866er Kochgeschirr ...

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            • #7
              Zu den Abmessungen hab ich weiter nichts gefunden, nur zum Material:

              Preußische Feldkessel
              waren anscheinend schon seit dem Siebenjährigen Krieg aus verzinntem Kupfer(blech?):

              Im September 1758 mußte die Stadt Dresden den preußischen Truppen 239 kupferne Feldkessel liefern:

              http://books.google.de/books?id=mmgA...&dq=feldkessel

              1795 erschien in Leipzig der erste von drei Bänden eines Handbuch der Kriegsarzneykunde, der Autor zitiert in der Vorrede einige preußische Werke, ist daher möglicherweise selber Preuße.

              Über Feldkessel schreibt er, sie wären aus Kupfer und innen verzinnt:

              books.google.de/books?id=8DY_AAAAcAAJ&pg=PA145&dq=feldkessel

              Österreichische Feldkessel scheinen späetestens seit 1813 aus verzinntem Eisenblech gewesen zu sein (Anmerkung **):

              http://books.google.de/books?id=__tYAAAAYAAJ&pg=PA99

              Bayrische Feldkessel waren wohl mindestens bis 1800 aus Kupfer, als 679 davon von den Franzosen im Münchner Zeughaus erbeutet wurden:

              http://books.google.de/books?id=3FoA...&dq=feldkessel

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              • #8
                Zitat von Sans-Souci Beitrag anzeigen
                Ich hab leider nicht die Kenntnisse, um das physikalisch zu beweisen, aber rein geometrisch macht es keinen Unterschied, ob die dem Feuer zugewandte Seite des Kessels gerade oder nach innen gebogen ist, da für die Hitzeaufnahme nur zählt, wie groß die Distanz zwischen linker und rechter Kante der dem Feuer zugewandten Seite des Kessels ist.

                Und vermutlich wirkt sich der relativ geringe Unterschied zwischen der Nieren- und der Halbkreisform in der Praxis auch nur sehr wenig aus -man müßte bei einem Re-Enactment ein Verglechskochen mit den unterschiedlichen Kesselformen machen, vielleicht mit einem preußischen 1809er und einem 1866er Kochgeschirr ...

                Die Fläche die erwärmt wird ist so natürlich schon etwas größer. Ist wie bei einer Kurve einer Strasse, die kurveninneren Räder legen einen kürzeren Weg zurück als die kurvenäusseren Räder. Wendet man diese Erkenntnis auf unseren Behälter an, ist die nach aussen gebogene Strecke größer, somit ist also auch die zu erwärmende Fläche größer.

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