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frz. Patronentaschen - Fassungsvermögen

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  • frz. Patronentaschen - Fassungsvermögen

    Welches Fassungsvermögen (Anzahl Schuss) hatten die französischen Infanterie-Patronentaschen bei welchen Abmessungen?
    Gab es dabei nur ein Modell oder mehrere?
    Wurden die Patronentaschen des Ancien Regime (wenn es da zur napoleonischen Zeit überhaupt Unterschiede gab) weiterverwendet (entweder in Reinform oder umgebaut)?

    Besten Dank für die Unterstützung.
    Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

  • #2
    35 Schuß, in jedem seitlichen Fach ein Paket von 15 Schuß, in der Mitte in den 6 Einzellöcher - 5 Einzelschuß plus ein Ölfläschchen.

    Dazu wurden Pakete (aus Packpapier) meist ein oder zwei - noch im Tornister getragen.

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    • #3
      Hans-Karl

      vielen Dank für die Antwort.

      Hintergrund meiner Frage ist folgender: Es wird oft behauptet, dass die sächsische Infanterie mit der Neuuniformierung 1810 neue Patronentaschen frz. Facon erhalten hätte.
      Als Verfechter der Kontinuitätsthese gehe ich aber davon aus (ohne dies bisher belegen zu können), dass die alten Taschen in irgendeiner Form weiter verwendet wurden. Die Haltezeit lag schließlich bei 30 Jahren + x und der sächs. Infanterist führte 1806 wie 1812 60 Schuss in der Tasche.
      Anfang 1813 wurde zwar festgestellt, dass die Taschen für 60 Schuss zu klein sind (also die alten evtl. umgearbeitet?) und deshalb in Zukunft nur noch 48 Schuss darin aufbewahrt werden sollen, aber auch die hätten dann nicht in die frz. Taschen gepasst.

      Fazit: die sächs. Taschen müssen größer als die frz. Taschen gewesen sein. Na endlich noch ein Punkt wo wir nichts genaues wissen.
      Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

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      • #4
        Das hier ist vielleicht hilfreich: http://www.napoleon-series.org/milit..._impgren3.html

        Grüße

        Gunter

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        • #5
          Zur Kontinuitätsthese

          Ich bin ebenfalls Anhänger der Kontinuitätsthese, wobei ich aber weniger glaube, dass die Kontinuität die Folge eines "das haben wir schon immer so gemacht", sondern Konsequenz der seit 1763 äußerst angespannten Finanzlage Sachsens war.

          Zum fiskalischen Hintergrund siehe den interessanten Artikel Plumpes in der FAZ: www.faz.net/aktuell/politik/staat-und-recht/schuldenwirtschaft-es-geht-auch-ohne-12622538.html

          Demnach betrugen die Schulden Kursachsens 1806 immer noch 7,5 Millionen Taler; durch den Frieden von Posen, die Erhebung zum Königtum, die Eingliederung des Hzt. Warschau sowie die Beteiligung an Napoleons Kriegen dürften die sächsischen Schulden eher wieder in die Höhe geschnellt sein...

          Gruß, Tom

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          • #6
            Was ich bisher so gelesen habe, bei anderen Armeen, Bayern z.b. da wurden die Patronentaschenklappen verringert, das Fassungsvermögen bezieht sich aber eigentlich auf den "Kasten" - wie man den Umbauen oder verkleinern sollte?
            Da müssten alle Kanten aufgetrennt und dann verkleinert wieder zusammengenäht werden.
            Meine Theorie, die wurden im Laufe der Zeit kleiner - um eben Material gleich in der Herstellung zu sparen, und dann waren sie plötzlich eben zu klein um 60 Schuß aufzunehmen, aber immerhin auch 48 Schuß sind nicht wenig und bedingen eigentlich eine größere Patronentasche wie bei den Franzosen, es sei denn man hat auf den Patronentascheneinsatz verzichtet (was ich nicht glauben kann).

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            • #7
              Thomas,
              interessanter Artikel.
              In der Kontinuitätsthese hänge ich nicht dem „Das haben wir schon immer so gemacht“ sondern dem „solange das alte Zeug noch brauchbar ist, wird es auch genutzt“ an.
              Deshalb ist der Hinweis von Hans-Karl (danke dafür) hinsichtlich der Deckelverkleinerung wohl genau das, was man in Sachsen auch gemacht hat. Wobei ich auch das Auftrennen, zurechtschneiden und neu zusammennähen für möglich halte. Mit den alten Leibkoppeln haben sie es 1810 schließlich auch gemacht (für das letztere gibt es Nachweise, das erstere ist eine These).
              Und die Einsätze haben sie natürlich nicht weggelassen. Denn in dem Befehl, wo die Reduzierung von 5 auf 4 Dutzend Patronen anbefohlen wird, gedenkt man auch dem schlechten Zustand der Kästen und der dringenden Abhilfe.
              Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

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              • #8
                Ich denke da auch in die Richtung - solange es noch brauchbar war, dann wurde es genutzt, eben aber auch angepaßt soweit wie möglich.
                Die sächsische Armee war jedoch keine Friedensarmee mehr und die Abnutzung im Feld - 1806 / 07 - 1809 - 1812 - muss doch enorm gewesen sein, nicht nur bei den Uniformen sondern auch Ausrüstungen - deshalb dann wohl auch die Verkleinerung der Patronentaschen - bei Neubeschaffung, d.h. immer weniger ältere standen zur Verfügung.

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                • #9
                  Ein überaus berechtigter Einwand.
                  1809 hielten sich die Verluste zwar in Grenzen, doch 1812 kam aus Russland nicht wirklich viel zurück (wobei der Intendant seine Ausführungen mit den Worten beginnt „ Die Erfahrung hat gezeigt, dass ….“). Zu beachten ist sicher auch, dass es in Sachsen keine zentrale Fertigung gab, sondern die Regimenter selbst beschafften. Zwar wurde nach Proben gefertigt, aber bei handarbeiten gibt es immer Abweichungen.
                  Dazu kam sicher noch, dass der Intendant ein Knauserer vorm Herrn war. Seine Aktionen, dass er Gewehrriemen zur Gewinnung von Gamaschenstrippen einkürzen ließ (die dann nicht mehr lang geschnallt werden konnten) oder einen Offizier der Wirtschaftskommission aufforderte, ein Fass mit Hefteln und Schlingen auszuzählen (was dieser natürlich brüsk von sich wies), sind ja schon legendär.
                  Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

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