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Kartuschkasten Österreich napoleonisch?

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  • Kartuschkasten Österreich napoleonisch?

    Ich möchte mich heute an die Gemeinschaft wenden, vielleicht kann mir jemand weitere Informationen geben.

    Es handelt sich um die zeitliche Einordnung eines Kartuschkasten mit Bandelier aus Österreich.

    Die Tasche und das Bandelier befindet sich in ihrem unveränderten Originalzustand (nichts ergänzt oder gefummelt).

    Alle Beschläge sind aus Messing und in Resten vergoldet. Auf dem Räumnadelschild befindet sich das Monogram „F I“. Dieses Monogramm könnte Kaiser Franz (1792 bis 1835) oder Kaiser Ferdinand (1835 bis 1848) bedeuten. Das Wappen auf der Kartusche ist da schon etwas genauer.

    Bei diesem Wappen handelt es sich eindeutig um das „kleine Reichswappen“ aus der Regierungszeit von Kaiser Franz I., in der Form von 1806-1815.

    Der Herzschild ist auf das Kreuz des deutschen Ritterordens aufgelegt.

    Dies ähnelt in einer gewissen Art einem Eisernen Kreuz, hat aber trotzdem eine andere Form und Ausgestaltung.

    In dieser Form wurde das Wappen nur von 1806-1815 verwendet.

    Ab 1815 fällt das Kreuz des deutschen Orden weg.

    Leider kenne ich weder ein Vergleichsstück aus der Zeit, noch besitze ich Unterlagen zu diesem Thema.

    Vielleicht kennt jemand dieses Modell, ich bin für jede Information sehr dankbar.

  • #2
    Ein sehr schönes Stück, das Du hier präsentierst ... mit dem Wappen liegst Du richtig, dass in die Epoche Franz I. fällt. Denn so ziert auch das Koppelschloss für Generäle und Stabsoffiziere dieses Wappen. Ich habe gerade in das Uniformenportal das Foto eines Exemplars aus dem Heeresgeschichtlichen Museum in Wien eingestellt - siehe http://uniformenportal.de/picture.php?/2873/category/34

    Ich vermute daher, dass die Kartusche nebst Bandolier einem Stabsoffizier oder gar noch höher gehört hat ... recherchiere aber nochmal weiter in meinen diversen Unterlagen.

    Schöne Grüße
    Markus Stein
    "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

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    • #3
      Nach Studieren der Werke von Karger, Ottenfeld, Carmes und einiger Uniformserien würde ich sagen, dass die Kartusche und Bandolier einem Offizier der Husaren gehörte. Deren Bandoliers waren schwarz und Abbildungen zeigen das Herzfeld und den Löwen auf denselben. Im Text des Ottenfeld/Teuber wird von schwarzen Kartuschen mit Verzierungen und Einfassungen aus vergoldetem Messing bei den Husarenoffizieren gesprochen.

      Schöne Grüße
      Markus Stein
      "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

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      • #4
        Hier mal eine Tafel von Benigni mit einem Offizier der österreichischen Husaren 1813/14 - auch wenn nicht zeitgenössisch, zeigt er doch sehr schön das Aussehen der Husarenoffiziere und auch die Verzierung auf dem Bandolier.

        OE_Husarenoffizier1813-14_Benigni.jpg
        "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

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        • #5
          Danke für Deine Informationen Markus. Ich habe auch schon vermutet, das es sich dabei um ein Husarenbandelier handelt. Die Ulanenoffiziere führten soweit es mir bekannt ist ein Bandelier mit Borte und der Kartuschkasten hatte einen Metalldeckel. Wie es bei den Kürassieren und Dragoner aussah, kann ich leider nicht sagen. Vielleicht hat diesbezüglich noch jemand einen Hinweis.
          Viele Grüße
          Axel

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          • #6
            Wenn ich mich recht erinnere, hatten die Offiziere der "deutschen" Kavallerie, also Kürassiere und Dragoner, gar keine Kartuschen.

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            • #7
              Das ist auch u.a. hier in dieser Uniformserie zu sehen: http://www.napoleon-online.de/oester...ormen1820.html

              Schöne Grüße
              Markus Stein
              "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

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              • #8
                Hallo Markus,




                vielen Dank für den Hinweis. Manchmal wurden die Patronen der Kavallerieoffiziere in den Pistolenholster am Sattel aufbewahrt. Das scheint auch bei den österreichischen Kürassieroffizieren der Fall gewesen zu sein.

                Es gibt im Heeresgeschichtlichen Museum in Wien ein interessantes Gemälde von Pietro Benvenuti auf dem auf dem Franz Adolf Prohaska, Offizier des Husarenregiments Nr. 5 dargestellt ist. Die Beschläge auf dem Bandelier des Offiziers sind identisch oder zumindest sehr ähnlich wie beim oben abgebildeten Bandelier.




                Viele Grüße

                Axel

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                • #9
                  Darf ich fragen, wie die Patronen im Holster aufbewahrt wurden? Gab es da eine Tasche?
                  Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

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                  • #10
                    Ich habe mal vor längerer Zeit ein österreichisches Pistolenholster - allerdings glaublich das eines Infanterieoffiziers - gesehen. Da waren zwei bis drei Steckhülsen für Patronen integriert. Mehr als diese vage Erinnerung kann ich allerdings nicht bieten. Eine ähnliche Konstruktion für die Kavallerie bleibt spekulativ, aber mE gut möglich.

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