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Frage zur frz. Infanterietaktik 1806

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  • #16
    welches erwähntes Werk von 1819?

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    • #17
      Zitat von HKDW Beitrag anzeigen
      welches erwähntes Werk von 1819?
      Siehe Seite 1 dieses Freds; aus dem 16. Band der Reihe "Victoires, Conquetes, ...", die von einigen Militärs der Napoleonischen Zeit herausgegeben und bis 1821 editiert wurde. Die Werke decken den Zeitraum 1792-1815 ab und sind mit zahlreichen Karten versehen.

      Aber wie gesagt, das kann ich erst am Wochenende bereit stellen, wenn ich wieder am "Erstwohnsitz" in Berlin bin.

      Schöne Grüße
      Markus Stein
      "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

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      • #18
        Max Wild Geschichte IR 20 (beruht zu Auerstädt auf den Tribunalberichten Oberst Carlowitz, Hauptleute Kaminsky, Zschüschen und Euen, Leutnants Bockum und Windheim II):
        Bei dem Dorfe Gernstedt verließ zunächst das II.Bon auf Befehl die Chaussee und marschierte, sich nach rechts entwickelnd, auf. Die Batterie, welche ben Bon zugeteilt war, folgte hier des schwierigen Geländes wegen nicht und blieb für das Bon verschollen. Die Schützen unter Ltn. Quadt deckten den Aufmarsch und avancierten vor dem Regiment. Der starke Nebel machte es unmöglich, den Feind zu erkennen, der den von Weiden eingefassten Lisbach vor sich hatte und schon heftig auf die vorrückenden Bne feuerte. Oberst Carlowitz ritt zwischen den Schützen, die mit guter Wirkung schossen. Sobald sich das Regiment auf Schussweite dem Feind genähert hatte, traten die Schützen ein, und man sah eine Linie feindlicher Infanterie. Der Oberst befahl dem ganzen Regiment zu feuern, was nur 1x geschah, weil sich das II.Bon ohne weiteres Kommando im Laufschritt mit dem Bajonett auf den durch diesen Angriff überraschten Feind warf. In diesem Augenblick eilten Teile des DR Irwing herbei und vereinten ihren Angriff mit dem des Bon. Der Feind wurde teils niedergeritten und niedergehauen, teils erschossen und erstochen. Nur geringe Reste konnten sich nach Hassenhausen flüchten. Gefangene wurden nur vereinzelt eingebracht, weil die Muskeiere selten Pardon gaben.

        Hagen Geschichte DR3 (keine Quellenangabe zu Auerstedt): Der Major Jagow brachte dem Oberst Sellentin den Befehl, sich durch Rehehausen zu ziehen und auf den rechten Flügel der Infanterielinie zu begeben. Das Regiment formierte sich in Zügen, trabte durch Rehehausen, marschierte jenseits des Dorfes in Escadrons mit Intervallen auf und schickte die Flanquers vor, welche alsbald mit Tirailleurs in Berührung kamen. Auch erlitt das Regiment hier einige Verluste durch Kanonenfeuer. Inzwischen waren die beiderseitigen Infanterielinien im Avancieren gegeneinander begriffen, und das Regiment, der Bewegung folgend, bis in die Flanke der feindlichen Infanterie gelangt. .. Das Regiment schwenkte Front und ging bis an die linke Flanke der feindlichen Infanterie vor. Gleichzeitig kam auch die diesseitige zum Stehen, avancierte und brachte den Feind zum Wanken. … Sofort warf sich der Kapitän Schorndorf, welcher mit seiner Escadron (IV.) dem Feind der nächste war, auf denselben. Ihm folgten die übrigen Escadrons.. Der Raum, den die Dragoner zurückzulegen hatten, betrug nur 400 – 500 Schritt, daher ging es von der Stelle in Karriere vorwärts hinein in Flanke und Rücken des Feindes. Die Franzosen waren derartig überrascht, dass viele in die preußische Linie hineinliefen, um sich zu retten, andere fliehend das Dorf zu erreichen suchten, der Rest Karrees formierte. Diese wurden bald gesprengt und alles, was standhielt, niedergeritten. Die meisten Franzosen warfen sich jedoch zur Erde und bedeckten ihre Köpfe mit den Tornistern, um sich vor den Hufen und den Hieben zu sichern. Kaum hatten die Dragoner ihre Pferde gewendet, als die Franzosen wieder aufstanden und von Neuem schossen. Abermals ertönte das Signal zur Attacke. Im Nu lagen die Franzosen, wurden aber mit dem Pallasch solange bearbeitet, bis sie sich erhoben. .. Während sich noch die Dragoner mit den einzelnen Infanteristen beschäftigten, war es dem Feind gelungen, weiter rückwärts ein größeres Karree zu formieren, bei welchem nunmehr die Fliehenden Schutz suchten. Jagow sammelte so gut es ging die Dragoner und raillierte sie. Nachdem so wieder eine einigermaßen geschlossene Truppe hergestellt war, gab er das Kommando zur Attacke auf jenes 200-300 Mann starke Karree. Bis auf 50 Schritt hatten sich die Dragoner demselben genähert, als gerade in demselben Augenblick die erste Salve krachte, wo ein Graben zu nehmen war, und ein Teil der Pferde anfing, den Dienst zu versagen.
        Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

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        • #19
          Schöning Geschichte DR3: Es war etwa 8 Uhr morgens, die Div. Schmettau stand links der Chaussee, Sellentin erhielt die Anweisung, rechts derselben mit einigen Esc. Blücher-Husaren vereint Terrain gegen die Ilm einzunehmen, auf welchen die Div. Wartensleben später ihren Aufmarsch bewirken sollte. Der Oberst Sellnetin stellte sich daselbst mit weiten Intervallen escadronsweise auf und schickte Flanqueurs vor, welche sich alsbald mit den feindlichen Tirailleurs harcelierten, und nach dem uns vorliegenden Bericht des damaligen Hauptmanns, jetzigen Oberst von Sydow, mit Klugheit und Tapferkeit nahmen, auch das weitere Vordringen des Feindes hier zum stehen brachten.
          Unterdessen war auch das Rgt. Irwig dem heftigsten Kanonen- und Kartätschfeuer ausgesetzt und erlitt gewiß, während 1,5h vwo dieser Zustand andauerte, bedeutende Verluste. Endlich trat durch den Aufmarsch der Div.Wartensleben eine Veränderung ein; kaum aber, dass unser Regiment den bisher innergehabten Boden der Division überlassen hatte, und bei dieser Gelegenheit ein langes Defilee passierte, als die frz. Infanterie, namentliche Bataillone des 85e, aufdringend nachfolgten. Dies war der Augenblick, wo der Majot Jagow dem Regiment den Befehl brachte, in diese Infanterie einzuhauen. Unter ungünstigeren Umständen konnte diese Ordre das Regiment nicht treffen, doch gab der Oberst Sellentin sofort seine Befehle…Der Hptm Schornburg, welcher mit der 4ten Esc zunächst stand, kommandierte zugleich Marsch!Marsch! Ihr folgten im Siegeslauf die anderen Abteilungen des Regiments. Wir schließen diesen Bericht mit den Worten Barneckows „Die Franzosen hatten Quarrees formiert und empfingen uns mit einem lebhaften Gewehrfeuer; dies hielt uns nicht ab, in die Masse einzuhauen und sie auseinander zu sprengen. Die Besiegten warfen sich indessen zur Erde und bedeckten ihre Köpfe mit den Tornistern, und als hierauf Apell geblasen wurde, bekam die Masse wieder Leben und entsendete ihr tödliches Blei von neuem, dies war indessen für uns das Signal zur wiederholten Attacke und das Regiment drang auch diesmal in die feindlichen Reihen, jedoch mit besserem Erfolg. Die niedergeworfenen Mannschaften wurden mit dem Pallasch solange gestachelt, bis sie sich erhoben und dann vollends den Garaus erhielten.
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          • #20
            Bericht des Brigadeadjutanten der Brigade Wedel:
            Der Herzog v. Braunschweig kam selbst an die Spitze der Kolonne, gab mir den Befehl, auf einen Baum zuzureiten, welchen man in einiger Entfernung sah, und trug meinem Vater auf, seine Truppen in dieser Richtung in Linie aufmarschieren zu lassen. Hierauf führte er das vorderste GB Hanstein über eine sumpfige Wiese und befahl dem nächsten Bataillon zu folgen. Die Kanonen konnten diesen Weg nicht gehen, denn jenseits der Wiese war ein tiefer bewachsener Bach, dann ein Hügel, welcher gänzlich im Kanonenfeuer der Feinde lag und außerdem von den in allen Hohlwegen versteckten Tirailleurs beschossen wurde. Sobald das GB auf diese Höhe aufmarschiert war, wo es schon mehrere Tote hatte, befahl der Herzog v. Braunschweig demselben, vorwärts zu gehen, um die Menge von Tirailleurs zurückzuwerfen. Zu diesem Zweck wurden auch die Schützen von den nachfolgenden Regimentern vorgenommen, um abgesondert gegen die Tirailleurs gebraucht zu werden, welche auf dem rechten Flügel der Division von Schmettau vorgedrungen waren. …. Da nun endlich der größte Teil der ersten Brigade der Division Wartensleben aufmarschiert war, befahl der General von Wedel anzutreten. Dies tat eine so vorteilhafte Wirkung, das die frz. Tirailleurs und die sie unterstützenden ersten Linien bald zurückgeworfen wurden.

            Bericht Kapitän v.Witzleben / Leibkompanie IR3
            Das Regiment marschierte morgens um 6 Uhr aus dem Biwak hinter Auerstedt mit Sektionen links ab, zeitweise im Laufschritt. Als Rehhausen passiert war, gingen wir rechts von der Chaussee durch sumpfige mit vielen Gräben und Buschwerk durchschnittene Wiesen. Es kam dann der Befehl, durch ein rechts Herausziehen der Sektionen aufzumarschieren, als sich bereits Schwärme vom Feinde in unserer rechten Flanke zeigten. General v.Wedel befahl sofort, dass die Sektionen rechts einschwenken und das Bataillon auf den Feind gehen sollte. Dies geschah, und da das Regiment Irwing-Dragoner in demselben Augeblick den Feind attackierte und gänzlich niederhieb, ließ Major v.Heyden die rechte Schulter vornehmen, um dadurch mit den unter uns stehenden Bataillonen wieder in Linie zu kommen. Als dies bewerkstelligt und die Höhe erreicht war, kamen wieder feindliche Schwärme in unsere rechte Flanke. Der General befahl nun, die Leibkompanie en flanque zu setzen. Durch das nicht unwirksame Feuer der Kompanie und durch die Ankunft des Regiments Prinz Louis wurde der Feind vertrieben.
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            • #21
              Ergänzung zum Bericht Witzleben:
              Da IR 3 marschierte nicht durch Rehehausen sondern Gernstedt.
              Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

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