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    .... vielleicht nicht der beste Titel aber es geht um Folgendes: Beim übersetzen eines Buches (wenn fertig wird es hier natürlich exklusiv vorgestellt) sind auch Dialoge eingefügt. Unter anderem z. B. zwischen Ney und Larrey. Beide sprechen sich mit Vornamen dabei an. Mich interessiert wie sich die Marschälle oder Generäle untereinander angesprochen haben .... "Du" - unabhängig von Rang, wenn man sich gut kannte oder "Freund" war ?

  • #2
    Da mußt du halt die Briefwechsel ansehen, spontan erinnere ich mich an kein Du - außer eben zur Zeit der französischen Revolution.

    Ob sich Ney und Larrey mit Vornamen angesprochen haben???
    Gibt es dazu einen historischen Beleg oder nur romanhaftes??

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    • #3
      Zitat von HKDW Beitrag anzeigen
      Da mußt du halt die Briefwechsel ansehen, spontan erinnere ich mich an kein Du
      Aber ist ein Briefwechsel nicht etwas anderes, als wenn man sich persønlich anspricht? Die Marschælle kannten sich doch seit Jahren untereinander...

      Wie sprach N eigentlich seine Marschælle persønlich an? (nicht in Briefen) Duzte er sie?

      Gruss, muheijo

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      • #4
        Also ein Land, indem sich in der Oberschicht enge Familienmitglieder siezen, kann ich mir das auch für die Marschälle vorstellen.
        "Eine schmucke Uniform und ein schönes Pferd sind wichtiger als ein voller Bauch!"
        Zitat: Laetitia Ramolino

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        • #5
          Nun, wenn bei den Herren dienstliche Belange ins Spiel kamen, wurde wahrscheinlich mit Titel "gevouzt", ganz bestimmt aber bei der dienstlichen Korrespondenz, wofür sich leicht ein Nachweis auffinden lassen wird. Beim Gespräch wird der Nachweis schon schwieriger, es müßten also zuverlässige Zeitzeugen her, die sich genau an die Gespräche und Regeln erinnern, und diese auch aufgezeichnet haben.

          Das zeitgenössische deutsche Pendant zum "Vouzen" wäre das symmetrische "Siezen" zwischen gleichgestellten Rängen oder das asymmetrische, schon etwas altmodische "Ihrzen", wenn es von oben zu einem niederen Rang geht. Das "Ihrzen" wurde in der offiziellen Korrespondenz noch lange beibehalten, selbst als es in der mündliche Anrede schon einen langen Abstieg hinter sich hatte.

          Umgekehrt von unten nach oben wäre das indirekte Siezen "Wenn Herr General befinden wollen,...", welches von der Dienerschaft oder auch noch heute in guten Restaurants oder Hotels üblich ist.

          Einiges davon ist nachzulesen auf meiner Website oder in zeitgen. Theaterstücken wie z.B. Kotzebue. Im Deutschen sind die Regeln halt komplexer, und ein guter Übersetzer wird sich hier schon mehr Mühe geben müssen.
          Zuletzt geändert von Blesson; 22.12.2010, 17:34.
          Do, ut des

          http://www.ingenieurgeograph.de

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          • #6
            In der sächsischen Dienstkorrespondenz sind folgende Regeln erkennbar:
            Ew. Wohlgeboren = Anrede für Offiziere unterhalb Stabsoffizier
            Ew. Hochwohlgeboren = Anrede ab Stabsoffizier
            Dienstgradniedere wurden Ge-Sie-zt, Dienstgradhöhere mit Ew. Hochwohlgeboren oder dem Dienstgrad („wenn der Herrn Oberst ….“) angesprochen.
            Das „Ihr“ ist im normalen Schriftverkehr bisher nur in der kurfürstlichen Korrespondenz mit den jeweiligen Dienststelleninhabern feststellbar.
            Nach dem jeweiligen Verhältnis waren auch „lieber Freund“, „Mein lieber Kapitain“ und „Du“ möglich, ansonsten wurde auch bei Dienstgradgleichen Ge-Sie-zt.
            Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

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            • #7
              In Preußen wechselte der König etwa 1810/11 vom Ihrzen ("Ich bin euer wohlgeneigter König") zum Siezen (die vorgenannte traditonelle Schlußfloskel fiel dabei ganz weg).

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              • #8
                Laut Friedrich Sieburg ("Die Hundert Tage") hat Davout Oudinot als einzigen seiner Marschallskollegen geduzt und umgekehrt. Bis 1815, als Oudinot sich Napoleon nicht anschließen wollte, da wurde er wohl sehr förmlich.
                "Die Nachwelt wird auf Grund von Thatsachen richten: Verläumdung hat mit der Zeit all ihr Gift verspritzt; ich werde jeden Tag an Ruhm gewinnen."
                Napoleon zu O'Meara am 9. Dezember 1817

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