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Thema: Verlustquote bei der Artillerie

  1. #1
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    Standard Verlustquote bei der Artillerie

    In dem Buch "Geschichtliche Rückblicke auf die Formation der Preussischen Artillerie" von Decker (S. 23) finde ich die folgende Angaben für die Feldzüge von 1812 - 15:

    Gefallene
    Offz. 77
    Uffz. 695
    Mannschaften 1.692
    Gesamt 2.464
    also rd. 25%


    1814 gab es 55 Batterien, also rd. 8.800 Mann, kann man sicherlich aufrunden auf rd. 10.000. Paß auch zu der Kriegsstärke von rd. 3.500 Mann pro Brigade und drei Brigaden. Wobei zu berücksichtigen ist, daß 1813 und 1812 der Bestand deutlich geringer war, die Verlustquote also tatsächlich höher ist.

    Das paßt auch zu den Verlustzahlen einer Batterie, deren Zahlen ich kenne. Die hat 1812-14 27 Mann verloren und dazu eine beträchtliche Anzahl, leider nicht genau beziffert, bei einem einzigen Vorfall.

    Interessant ist auch, daß die Uffz. mit Abstand die höchsten Verluste hatten.

    Anteil pro Batterie in % Gefallene in %
    Offz. 5 3 77 3
    Uffz. 13 8 695 28
    Mannschaften 142 89 1.692 69
    Gesamt 160 100 2.464 100




    Kennt jemand die Verlustquoten der anderen Waffengattungen ? Ist ja schon ziemlich hoch, im Vergleich mit anderen, zumindest moderneren Kriegen.

  2. #2
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    " Kennt jemand die Verlustquoten der anderen Waffengattungen ? Ist ja schon ziemlich hoch, im Vergleich mit anderen, zumindest moderneren Kriegen."

    Auf welche Verlustziffern anderer oder moderner Kriege beziehst du dich mit deiner Feststellung, um vergleichen zu können ?
    Tu´ im Kriege das, was der Gegner für unmöglich hält.

    Alexander W. Suworow

  3. #3
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    Bei technischen Truppen ist die Anzahl der Chargen immer etwas höher.

    Kannst Du definieren was bei Dir alles unter Unteroffizieren läuft - Feldwebel, Sergeanten, Korporals, Bombardiere und das alles nochmal als Vize-xxx?
    Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

  4. #4
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    In modernen Kriegen sind die Verlustquoten deutlich geringer, vor allem die moderner Armeen in den Kriegen nach dem 2.WK. Die Amerikaner haben bspw. im Viernamkrieg "nur" etwas über 50.000 Mann verloren (Ende 1969 waren bereits 536.000 US-Soldaten in Vietnam eingesetzt). Die Verlustquote der Wehrmacht betrug wohl 15%, wenn ich mich nicht täusche. Die Truppe, die wohl in der Geschichte in einem Krieg die höchste Verlustquote hatte (also nicht nur in einer Schlacht) war die deutsche U-Bootwaffe mit 40%.

    Im Vergleich hierzu empfinde ich 25% als relativ hoch. Sicherlich spielt hier eine Rolle, daß in modernen Armeen der Anteil der Unterstützungstruppen kontinuierlich gewachsen ist.

    Unteroffiziere waren zu dieser Zeit Koporale und Feldwebel und bei der Artillerie noch Feuerwerker und Oberfeuerwerker. Bombardiere sind eher eine eigene Gruppe und werden meistens separat genannt, gehörten aber nicht zu den Unteroffizieren.

  5. #5
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    Frage, sollten hier die Gesamtverluste im Gefecht selber, oder verifiziert die der Artillerie gewerten werden ?

    Was die Artillerie betrifft müssten wir spätestens nach dem WK I unterschiedliche Arten dieser Waffe berücksichtigen. Die Verluste ( WK II ) der Artillerie im direkten Richten, d.h. die der Panzerabwehrartillerie, waren teilweise exorbitant hoch. nicht selten bis zu 60 oder gar 80 %, bis hin zur völligen Vernichtung.

    Daher kann man die bekannten Verlustziffern der Perioden/Epochen nicht 1 : 1 vergleichen, meine ich.

    Die Militärwissenschaft geht jedoch davon aus, dass bei Verlusten an Menschen und Material von definierten Einheiten/Verbänden ab 60 % die Standhaftigkeit und Kampffähigkeit verloren ist.
    Es gab jedoch auch Ausnahmen, die jedoch wie immer nur die Regel bestätigen.
    Geändert von Suworow (13.07.2015 um 13:32 Uhr)
    Tu´ im Kriege das, was der Gegner für unmöglich hält.

    Alexander W. Suworow

  6. #6
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    Zitat Zitat von Suworow Beitrag anzeigen
    Frage, sollten hier die Gesamtverluste im Gefecht selber, oder verifiziert die der Artillerie gewerten werden ?

    Was die Artillerie betrifft müssten wir spätestens nach dem WK I unterschiedliche Arten dieser Waffe berücksichtigen. Die Verluste ( WK II ) der Artillerie im direkten Richten, d.h. die der Panzerabwehrartillerie, waren teilweise exorbitant hoch. nicht selten bis zu 60 oder gar 80 %, bis hin zur völligen Vernichtung.

    Daher kann man die bekannten Verlustziffern der Perioden/Epochen nicht 1 : 1 vergleichen, meine ich.

    Die Militärwissenschaft geht jedoch davon aus, dass bei Verlusten an Menschen und Material von definierten Einheiten/Verbänden ab 60 % die Standhaftigkeit und Kampffähigkeit verloren ist.
    Es gab jedoch auch Ausnahmen, die jedoch wie immer nur die Regel bestätigen.
    Du redest aber hier sicherlich nur von Verlusten einzelner Einheiten, nicht von der gesamten Verlustquote der Waffengattung während des ganzen Krieges.

  7. #7
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    Vom Prinzip her ja, dedoch ergeben sich Gesamtverluste wohl doch aus der Summe der Verluste einzelner Gefechte.
    Die waren innerhalb der Gattungen Artillerie, sprich Steilfeuerwaffen oder Waffen im direkten Richten signifikant unterschiedlich, was natürlich von deren einsatzüblichen Entfernungen von der Kampflinie abhing.

    Aber das ist wohl doch OT hier und ich möchte hier nicht noch " abgemahnt " werden.
    Tu´ im Kriege das, was der Gegner für unmöglich hält.

    Alexander W. Suworow

  8. #8
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    Zitat Zitat von Suworow Beitrag anzeigen
    Vom Prinzip her ja, dedoch ergeben sich Gesamtverluste wohl doch aus der Summe der Verluste einzelner Gefechte.
    Die waren innerhalb der Gattungen Artillerie, sprich Steilfeuerwaffen oder Waffen im direkten Richten signifikant unterschiedlich, was natürlich von deren einsatzüblichen Entfernungen von der Kampflinie abhing.

    Aber das ist wohl doch OT hier und ich möchte hier nicht noch " abgemahnt " werden.
    Deswegen führen ja auch die exorbitanten Verluste einzelner Einheiten in die Irre und mit der steigenden Zahl der Unterstützungstruppen sinkt die Verlustquote über alles.

  9. #9
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    200 Jahre zurück !
    In welchen Stärken wurden Bedeckungen für eine Artilleriebatterie in der Regel detachiert ?
    Tu´ im Kriege das, was der Gegner für unmöglich hält.

    Alexander W. Suworow

  10. #10
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    Zitat Zitat von Borussen_Kanonier Beitrag anzeigen
    In modernen Kriegen sind die Verlustquoten deutlich geringer, vor allem die moderner Armeen in den Kriegen nach dem 2.WK. Die Amerikaner haben bspw. im Viernamkrieg "nur" etwas über 50.000 Mann verloren (Ende 1969 waren bereits 536.000 US-Soldaten in Vietnam eingesetzt). Die Verlustquote der Wehrmacht betrug wohl 15%, wenn ich mich nicht täusche. Die Truppe, die wohl in der Geschichte in einem Krieg die höchste Verlustquote hatte (also nicht nur in einer Schlacht) war die deutsche U-Bootwaffe mit 40%.

    Im Vergleich hierzu empfinde ich 25% als relativ hoch. Sicherlich spielt hier eine Rolle, daß in modernen Armeen der Anteil der Unterstützungstruppen kontinuierlich gewachsen ist.

    Unteroffiziere waren zu dieser Zeit Koporale und Feldwebel und bei der Artillerie noch Feuerwerker und Oberfeuerwerker. Bombardiere sind eher eine eigene Gruppe und werden meistens separat genannt, gehörten aber nicht zu den Unteroffizieren.
    Du bist doch Fachmann. Kann es nicht sein, dass die geringeren Verluste in den späteren Kriegen einfach nur auf die größere Reichweite der Artillerie zurück zu führen ist? Wenn die Artillerie in den "modernen Kriegen" 15 Kilometer, oder mehr, schießen kann, ist die Infanterie wohl kaum eine Gefahr. Die Kavallerie auch nicht. Die wurden von Kampfpanzern und Sturmgeschützen abgelöst.

    Gruß

    Dieter

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