Kartuschkasten für Artillerie Bayern?

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  • Gardekosak
    Erfahrener Benutzer
    Sergent-Major
    • 24.03.2015
    • 245

    Kartuschkasten für Artillerie Bayern?


    Hallo,

    ich wollte noch etwas bezüglich des schwarzen Lederzeugs in Bayern ergänzen. Vor einiger Zeit habe ich einen Kartuschkasten bekommen, der in seinen Abmessungen und Form eindeutig nach Bayern zu verorten ist. Er entspricht dem Kartuschkasten für Offiziere der Kavallerie Modell 1837. Ungewöhnlich ist, dass der Deckel als einzigen Zierrat nur 2 gekreuzte Kanonenrohre aufweist. Die bayerischen Kartuschkästen für Artillerieoffiziere hatten bis 1848 den Königlichen Namenszug auf dem Deckel. Nach 1848 wurde bei der Artillerie das selbe Modell wie bei der Kavallerie (Metalldeckel mit bayerischem Wappen) eingeführt. Nur waren bei der Artillerie alle Metallteile vergoldet und nicht versilbert wie bei den Kavallerieoffizieren.

    Zwar wurden 1848 mit der Gründung des 3. Artillerie-Regiment alle Patronentaschen der Unteroffiziere mit gekreuzten Kanonenrohren ausgestattet, aber diese Beschläge wurden ebenfalls aus Messing gefertigt.

    Der abgebildete Kartuschkasten ist jedoch eine offiziersmäßige Ausführung mit versilberten Metallteilen. Eventuell könnte es sich um eine Fertigung für das bayerische Bürgermilitär handeln. Ob es bei der bayerischen Bürgerwehr Artillerie-Offiziere gab, ist mir leider nicht bekannt.

    Eventuell hat jemand noch eine andere Idee. Vielleicht ist es gar kein Bayern und ein anderer Kleinstaat hat einfach das bayerische Modell kopiert.


    Vielen Dank schon im voraus für Eure Hinweise.

    Gruß

    Axel

    IMG_2066.jpg
    IMG_2065.jpg
  • vizenz
    Benutzer
    Caporal
    • 17.06.2012
    • 58

    #2
    Hallo Axel,
    wenn du das Stück nach Bayern verortest kann es meiner Meinung nach schon ein Stück des Bürgermilitärs sein.
    Es gab zwar nur wenige Artillerie Kompanien, aber diese sollten ab 1826 generell gekreuzte silberne Kanonenrohre auf ihren Patronentaschen tragen.

    Landwehrordnung 7.März 1826: "§11 ....Patronentasche. ... Die Grenadiere unterscheiden sich durch eine Grenade, die Schützen durch ein Schützenhorn, und die Artilleristen durch zwey über das Kreuz gelegte Kanonen von weissem Metall. Diese Unterscheidungszeichen sind auf der Mitte des Taschen-Deckels angebracht. ..."

    Ich habe dir das Bild von Monten zur Nürnberger Landwehr Artillerie Kompanie von ca.1835 mit angehängt, sowie einen weiteren Ausschnitt eines zeitgenössischen Drucks wo ein Nürnberger Artillerist von hinten zu sehen ist (gelber markiert). Weitere Quellen die auf die Kartuschkästen von Offizieren (oder evtl. berittenen Unteroffizieren) verweisen kenne ich nicht, allerdings scheint mir die Ableitung logisch zu sein.

    Besten Gruß,
    Andreas
    Angehängte Dateien

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    • Gardekosak
      Erfahrener Benutzer
      Sergent-Major
      • 24.03.2015
      • 245

      #3
      Hallo Anderas,

      vielen Dank für Deine Antwort. Das bestätigt meine Vermutung bezüglich der Bürgerwehr. Ich habe im Netz eine Patronentasche der Bürgerwehr-Artillerie gefunden. Auf dem Deckel befinden sich ebenfalls zwei gekreuzte Kanonenrohre aus weißem Metall. Wie bei meinem Stück fehlen die Henkel an den Kanonenrohren.
      Gruss
      Axel
      25_Patrontasche_Artillerie.jpg

      Kommentar

      • Gardekosak
        Erfahrener Benutzer
        Sergent-Major
        • 24.03.2015
        • 245

        #4
        Hallo Andreas,
        stammen die Abbildungen aus dem Buch von Rattelmüller "Das bayerische Bürgermilitär"?
        Gruss
        Axel

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        • vizenz
          Benutzer
          Caporal
          • 17.06.2012
          • 58

          #5
          Zitat von Gardekosak Beitrag anzeigen
          Hallo Andreas,
          stammen die Abbildungen aus dem Buch von Rattelmüller "Das bayerische Bürgermilitär"?
          Gruss
          Axel
          Hallo Axel,
          nein, die eine Abbildung stammt aus der Zusammenfassung der Monten-Tafeln "Das Deutsche Bundesheer" und die andere von einem Druck den ich bereits vor einiger Zeit irgendwo im Netz gefunden und abgespeichert hatte.
          Besten Gruß,
          Andreas

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          • Gardekosak
            Erfahrener Benutzer
            Sergent-Major
            • 24.03.2015
            • 245

            #6
            Hallo Anderas,

            Nach meiner Meinung müßte es sich dann um einen Kartuschkasten der Artillerie für Offziere des bayerischen Bürgermilitärs handeln. Meine Wissens nach gab es nicht sehr viele Artillerie-Kompanien im Bürgermilitär. Weißt Du wo die Standorte waren?
            Kann man die bayerische Landwehrordnung von 1826 irgendwo nachlesen?
            Vielen Dank.
            Axel

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            • Prince of Essling
              Erfahrener Benutzer
              Sergent-Major
              • 20.12.2024
              • 203

              #7
              Burger artillerie 1794
              3 - 1794 Burger Artillery .jpg
              From:
              0.jpg

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              • Gardekosak
                Erfahrener Benutzer
                Sergent-Major
                • 24.03.2015
                • 245

                #8
                Danke für das Bild. Mir ist noch nicht ganz klar warum das Bürgermilitär überhaupt Artillerie-Kompanien besaß. Eigentlich war für den Aufgabenbereich dieser Miliz gar keine Artillerie notwendig. Ich kann mir nur vorstellen das in diesem Rahmen nur relativ leichte Geschütze benutzt werden konnten. Ist bekannt welchen Kanonentypen von der Bürgerwehr benutzt wurden?

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                • Prince of Essling
                  Erfahrener Benutzer
                  Sergent-Major
                  • 20.12.2024
                  • 203

                  #9
                  "Uniformirung und Organisation des Bürger-Militärs in dem Königreiche Baiern. 1807" Ferdinand Schiesl contains the organisation for infantry, cavalry & artillery but I couldn't detect the size of cannon. 'Schiesl, Ferdinand: Uniformirung und Organisation des Bürger-Militärs in dem Königreiche Baiern', Image 1 of 117 | MDZ

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