Rezension neues Werk über den Mythos der Volkskriege 1808-1813
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Das ist nicht nur beachtlich, sondern gewaltig. Mehr Freiwillige als vorher die ganze Armee stark war! Die müssen richtig sauer auf die Franzosen gewesen sein.
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Einige Zahlen zu den Leistungen Preußens 1813-15
So, ich habe jetzt mein Expl. von "Müsebeck: Freiwillige Gaben und Opfer des preuß. Volkes in den Jahren 1813-1815" vom Buchbinder zurückbekommen und kann noch ein paar Zahlen zu Preußen beisteuern:
+ Gesamtzahl der Freiwilligen 1813-15 (inkl. der linkselbischen, tlw. neu erworbenen Provinzen: 12.909 Mann): 49.372 Mann [Müsebeck, 112]
+ Bsp. für Mobilisierung der Provinz Ostpreußen: von 100 "männlichen Seelen" ergriffen 16% die Waffen; von der Altersgruppe 18-45 J. waren es 45% [Müsebeck, 26f]. Insofern lag ich mit meiner ursprünglichen Schätzung gar nicht so falsch.
Gruß, Tom
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Ich bitte um EntschuldigungZitat von admin Beitrag anzeigenKDF10: Ball flach halten - ich finde, Sans-Gene hat hier keinerlei Attacken (btw: auch nicht im anderen Fred) gefahren und hat jetzt auch nicht fest gemauerte Standpunkte losgelassen - sie zitierte immerhin aus einer neueren Diss ... also bitte nicht mehr so persönlich werden, sonst zensiere oder lösche ich Beiträge - was ich eigentlich ungern mache.
Und nun back to topic
Markus Stein
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@Mephisto
Du sprichst offenbar von dem Buch im Eingangsbeitrag. Du hast recht, darum sollte es hier ja gehen.
Ich war noch bei dem von mir angesprochenen Buch über die Sachsen, auf das ich @Admins Aussage bezog.
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Zitat von Sans-Gêne Beitrag anzeigenHab ich es diesmal geschafft ein Buch vor dir in die Hände zu bekommen? Na endlich!
@Admin
Also bei 45 Seiten Aufzählung des Quellen - und Literaturverzeichnisses, hat der Autor durchaus Anspruch darauf das als wissenschaftliche Arbeit honoriert zu bekommen. Übrigens schon eine Anregung für sich, diese Quellenübersicht.
Also ich zähe 12 Seiten - was aber Deiner Aussage nicht widerspricht. Da hast Du Dich wohl vertippt.
Und es sind 541 Anmerkungen auf 240 Seiten.
Soviel zu den rein technischen Daten...
Zuletzt geändert von Mephisto; 05.04.2013, 00:02.
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Der zeitgenössische "Modernisierungsschub" der napoleonischen Kriege muss wohl kritisch betrachtet werden. Die Ideen der fr. Rev. waren nicht so stark, als dass sie eine Abkehr von den tradierten Verhaltensmustern im zum Beispiel Sachsens oder Spaniens hätten bewirken können. Sicherlich auch darin begründet, dass das franz. Empire sich nicht in Optik und Wesen von tradierten Mustern des Obsolutismus außerhalb Frankreichs unterschied. Fraglich allerdings, ob das fr. Empire als Regierungsform dem Verständnis einer Regierungsform der Völker Europas Rechnung tragen sollte ...Zitat von Sans-Gêne Beitrag anzeigenWas für einen Modernisierungsschub meinst du?
Die Abkehr von der Idee der Republik als neue Gesellschaftsform hatte Napoleon ja bereits 1803 endgültig vollzogen um ein Kaiserreich und damit wiederum eine Monarchie zu schaffen.
Auch wenn man seinen Beweggründe teilweise folgen kann, die wohl überwiegend davon motiviert waren, dass der Mensch bei gesellschaftlichen Umwälzungen in der Suche nach Lösungen für Probleme, fast immer auf vertraute Muster setzt.
Insofern liegt kein Widerpruch im Handeln Napoleons, zur Orientierung eines Volkes an seinem jeweiligen Souverän. Der Erfolg nach dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 das entstandene Machtvakuum auf dem europäischen Kontinent für eine Neuordnung und damit verbunden die Verbreitung zumindest von Neuerungen in Gestalt des Code Civil, Code Penal etc. zu befördern, bleibt davon ja unberührt.
Grüße
excideuil
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Hab ich es diesmal geschafft ein Buch vor dir in die Hände zu bekommen? Na endlich!Sach' ma!
Bin ich bald der Letzte der die Schwarte zu lesen bekommt????
@Admin
Also bei 45 Seiten Aufzählung des Quellen - und Literaturverzeichnisses, hat der Autor durchaus Anspruch darauf das als wissenschaftliche Arbeit honoriert zu bekommen. Übrigens schon eine Anregung für sich, diese Quellenübersicht.Zuletzt geändert von Sans-Gêne; 04.04.2013, 23:17.
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Tja, wenn man so ab vom Schuss wohnt, braucht der Postmann halt etwas längerZitat von Mephisto Beitrag anzeigenSach' ma!
Bin ich bald der Letzte der die Schwarte zu lesen bekommt????
... dafür wird Dir die Lektüre sicher gefallen, wie sans-gene schon geschrieben hat - sehr angenehm zu lesen. Als (rein) wissenschaftliches Werk würde ich es aber nicht bezeichnen - dafür wäre noch etwas mehr zeitgenössische Lektüre erforderlich ... aber schau selbst
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Sach' ma!
Bin ich bald der Letzte der die Schwarte zu lesen bekommt????
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„Der Wille des - absoluten - sächsischen Königs entschied über die Bereitschaft des "Volkes". Nicht der von Napoleon! Das bedeutet, dass der "Modernisierungsschub" der napoleonischen Kriege zeitgenössisch hinterfragt werden muss.
Das erinnert mich ein wenig an den Beginn der franz. Revolution als sich weder Revolutionäre noch das Volk ein Welt ohne Monarchie vorstellen konnten ...“
Was für einen Modernisierungsschub meinst du?
Die Abkehr von der Idee der Republik als neue Gesellschaftsform hatte Napoleon ja bereits 1803 endgültig vollzogen um ein Kaiserreich und damit wiederum eine Monarchie zu schaffen.
Auch wenn man seinen Beweggründe teilweise folgen kann, die wohl überwiegend davon motiviert waren, dass der Mensch bei gesellschaftlichen Umwälzungen in der Suche nach Lösungen für Probleme, fast immer auf vertraute Muster setzt.
Insofern liegt kein Widerpruch im Handeln Napoleons, zur Orientierung eines Volkes an seinem jeweiligen Souverän. Der Erfolg nach dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 das entstandene Machtvakuum auf dem europäischen Kontinent für eine Neuordnung und damit verbunden die Verbreitung zumindest von Neuerungen in Gestalt des Code Civil, Code Penal etc. zu befördern, bleibt davon ja unberührt.
Ich kann das Buch jedenfalls sehr empfehlen. Es ist (auch wenn es in der Ausgestaltung ebenfalls sehr spartanisch daher kommt) schon durch seine Differenzierung in der Darstellung der Stimmungsbilder, die mit vielen Zitaten sehr interessant werden und der Kontextbewertungen der zitierten Personen, sehr aufschlussreich.
Zudem liest es sich für eine wissenschaftliche Arbeit überaus leicht.
Das Buch gibt nicht nur über die sächsische Bevölkerung ein Stimmungsbild, sondern analysiert zudem, wann und aus welchem Anlass der sächsische König letztendlich von einer Koalition mit Preußen und Russland absehen musste.
@Mephisto
Danke, scheint was dran zu sein!
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KDF10: Ball flach halten - ich finde, Sans-Gene hat hier keinerlei Attacken (btw: auch nicht im anderen Fred) gefahren und hat jetzt auch nicht fest gemauerte Standpunkte losgelassen - sie zitierte immerhin aus einer neueren Diss ... also bitte nicht mehr so persönlich werden, sonst zensiere oder lösche ich Beiträge - was ich eigentlich ungern mache.Zitat von KDF10 Beitrag anzeigenIch muss ehrlich gestehen, dass ich dich nicht Ernst nehme. Deine Angriffe auf Irene Hartlmeyer finde ich einfach nur peinlich. Sie mag mich nicht, das stört mich überhaupt nicht. Was mich stört, ist, dass du hier die Lufthoheit übernehmen willst. Wird nicht funktionieren. Du bist hier nicht in der Wikipedia. Da gibt es reihenweise Amateure und hier hast du es mit vielen Profis zu tun Dein Problem ist, dass du glaubst die Wahrheit gefunden zu haben. Hast du aber nicht. Anstatt zu schreiben: "Leute, ich habe das und das gefunden. was haltet ihr davon?" manifestierst du deinen Fund gleich als die einzig wahre Wahrheit. Sorry, aber das lässt sich an Peinlichkeit nicht übertreffen. Warum fragst du nicht voher mal Leute, die Ahnung haben? Damit meine ich ausdrücklich nicht mich. Warum auch? Es gibt hier ganz phantastische Fachleute. Was du für einen Unsinn verzapfst, zeigt sich auch hier: ...
Und nun back to topic
Markus Stein
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@Sans-Gene,
Ich habe Dich ewig vermisst!!!
Zu viele Trolle hier im Forum. Ignorieren.
Freu mich, dass Du wieder da bist!
Wusste doch, dass Dich das Thema reizt.
Habe gerade ein Dejavue - "Restaurationskriege"...;-)
@excideuil,
Bist Du wieder schneller gewesen. Mein Exemplar ist erst heute eingetroffen.
Ob es aber in Leipzig wirklich "das Volk" war, das den König nötigte oder aber ein Coup der Offiziere,
der die unwissenden sächs. Truppen "mal eben rübergeführt hat", lese ich gerade nach.Zuletzt geändert von Mephisto; 04.04.2013, 21:51.
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Abgesehen von der spartanischen Ausstattung ein sehr interessantes Buch.Zitat von admin Beitrag anzeigenIch habe das Werk einer jungen Historikerin, die auch hier im Forum gelegentlich aktiv ist, rezensiert und kann es Personen, die über den Tellerrand der eigentlichen Militärgeschichte empfehlen ... das Buch mit Titel Auf gegen Napoleon! Mythos Volkskriege von Alexandra Bleyer versucht zu ergründen, ob die "Aufstände" in Spanien 1808ff, Österreich und Deutschland 1809 sowie in Deutschland 1813 als "Volkskriege" bezeichnet werden können und inwiefern die (gelenkte) Propaganda dies beeinflussen konnte.
Die ausführliche Rezension findet Ihr hier: http://www.napoleon-online.de/rezensionen_MythosVolkskriege.html
Wer sich für weitere Rezensionen interessiert, sollte hier nachschauen: http://www.napoleon-online.de/rezensionen.html
Gerne kann das Werk von Alexandra Bleyer hier im Fred diskutiert werden.
Wer es sich anschafft, dem wünsche ich eine angenehme Lektüre
Markus Stein
Interessant vor allem die Motivation zum Kampf gegen Napoleon, und da empfinde ich den Bogen von Spanien über Österreich 1809, bis zur Niederlage Frankreichs 1814 als gelungen. Deutlich wird, dass Volkskrieg natürlich ein Märchen ist, deutlich werden aber auch z.B. tradierte Überzeugungen wie in Spanien zu Ferdinand "dem Ersehnten" oder bei diesem Zitat:
Der Wille des - absoluten - sächsischen Königs entschied über die Bereitschaft des "Volkes". Nicht der von Napoleon! Das bedeutet, dass der "Modernisierungsschub" der napoleonischen Kriege zeitgenössisch hinterfragt werden muss."Dennoch war die Verbundenheit der Sachsen mit der angestammten Dynastie weitaus stärker als deutsch - nationale Gefühle. Letztere hatten nur bei einigen wenigen Priorität. Infolgedessen nahmen auch nur Einzelne aktiven Anteil am Kampf gegen die Franzosen. Die Masse der Bevölkerung war nicht bereit, gegen den Willen des Königs zu handeln."
Das erinnert mich ein wenig an den Beginn der franz. Revolution als sich weder Revolutionäre noch das Volk ein Welt ohne Monarchie vorstellen konnten ...
Grüße
excideuil
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Ich muss ehrlich gestehen, dass ich dich nicht Ernst nehme. Deine Angriffe auf Irene Hartlmeyer finde ich einfach nur peinlich. Sie mag mich nicht, das stört mich überhaupt nicht. Was mich stört, ist, dass du hier die Lufthoheit übernehmen willst. Wird nicht funktionieren. Du bist hier nicht in der Wikipedia. Da gibt es reihenweise Amateure und hier hast du es mit vielen Profis zu tun Dein Problem ist, dass du glaubst die Wahrheit gefunden zu haben. Hast du aber nicht. Anstatt zu schreiben: "Leute, ich habe das und das gefunden. was haltet ihr davon?" manifestierst du deinen Fund gleich als die einzig wahre Wahrheit. Sorry, aber das lässt sich an Peinlichkeit nicht übertreffen. Warum fragst du nicht voher mal Leute, die Ahnung haben? Damit meine ich ausdrücklich nicht mich. Warum auch? Es gibt hier ganz phantastische Fachleute. Was du für einen Unsinn verzapfst, zeigt sich auch hier: "Dennoch war die Verbundenheit der Sachsen mit der angestammten Dynastie weitaus stärker als deutsch - nationale Gefühle. Letztere hatten nur bei einigen wenigen Priorität. Infolgedessen nahmen auch nur Einzelne aktiven Anteil am Kampf gegen die Franzosen. Die Masse der Bevölkerung war nicht bereit, gegen den Willen des Königs zu handeln." Die Masse der Bevölkerung gehörte nicht zum Militär. Insofern war sie militärisch unbedeutend. Der sächsiche General Thielmann ist sehr früh zu den Preußen übergelaufen. Während der Völkerschlacht bei Leipzig liefen Tausende Sachsen über. Der Masse der sächsischen Bevölkerung ging der König, um es vorsichtig zu formulieren, einfach nur am Hintern vorbei.Zitat von Sans-Gêne Beitrag anzeigenDas Ergebnis dieser Arbeit deckt sich interessanterweise mit dem Ergebnis des Dissertationsprojektes des Münchners Roman Töppel, welches in dem Buch "Die Sachsen und Napoleon - ein Stimmungsbild 1806 - 1813" (Böhlau - Verlag) erforscht und ausgearbeitet wurde.
Nach der Schilderung der verschiedenen Stimmungsbilder gegenüber allen durchziehenden Truppen und der Herausarbeitung der Gründe für Stimmungsumschwünge, kommt Töppel ebenfalls zu dem Fazit:
"Dennoch war die Verbundenheit der Sachsen mit der angestammten Dynastie weitaus stärker als deutsch - nationale Gefühle. Letztere hatten nur bei einigen wenigen Priorität. Infolgedessen nahmen auch nur Einzelne aktiven Anteil am Kampf gegen die Franzosen. Die Masse der Bevölkerung war nicht bereit, gegen den Willen des Königs zu handeln."
Über Roman Töppel will ich mich hier nicht näher auslassen. Seinen Horizont finde ich allerdings sehr beschränktZuletzt geändert von KDF10; 04.04.2013, 20:22.
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War nicht auch der Aufstand der Sepoy, der Krieg in Afghanistan, der Aufstand der Indianer ein Volkskrieg? Ich bin ein Fan von Flashmann, aber er hat einen Fehler. Er wurde zu spät geboren für dieses Forum. Flashman und die Schlacht von Waterloo wäre ein Traum, der leider nicht in Erfüllung gehen wird. Danke für den Hinweis auf Weinberger.Zitat von joerg.scheibe Beitrag anzeigen@KDF
Deine Empfehlung für "Flashy" kann ich nur unterstützen.
Lernt man z.B. was über die größte Revolution der Weltgeschichte, 1863 in China....
Was die nicht aufgeschriebenen Ängste usw. angeht, verhält es sich eben nicht so, daß sie nicht aufgeschrieben wurden.
Jüngst erst gelesen - die hier im Forum empfohlenen Erinnerungen des Bombardier Weinberger.
Allerdings sind solche, gelegentlich eingestandenen Ängste und Beklemmungen die Ausnahme in der Erinnerungsliteratur.
Bloß so - was hat das hier die letzten beiden Tage eigentlich noch mit dem Buch zu tun, das dem Fred den Namen gab?
J.
By the way, um andere zu ermutigen, Flashman zu lesen, die erotische Komponente spielt da auch eine große Rolle
Zuletzt geändert von KDF10; 04.04.2013, 18:25.
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