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Napoleon und Österreich II

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  • Irene Hartlmayr
    antwortet
    Schwüre

    Zitat von excideuil Beitrag anzeigen
    [/LIST]
    Respekt, gnlwth, dann lag ich mit "kaum noch zählen" gar nicht so daneben. Dass es so viele waren, hätte ich jetzt nicht vermutut, aber in 50 Jahren an der Macht "sammelt" sich einiges an

    Vielen Dank für die Aufzählung!

    Grüße
    excideuil
    Ja,ebenfalls von mir!
    Er selber soll sogar stolz darauf gewesen sein,sie allesamt nicht eingehalten zu haben(mit der vermutlichen Ausnahme des Letzten).!

    Grüsse,
    IRENE.

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  • Irene Hartlmayr
    antwortet
    Talleyrand und Österreich

    Zitat von HKDW Beitrag anzeigen
    Die gleiche Vorstellung hatte ja Erzherzog Karl auch - zumindest ein Bündnis auf Zeit mit Frankreich.
    Ja,ganz richtig!
    Er war auch,wie schon erwähnt,sehr gegen den Krieg von 1809.
    Interessant wäre die (nicht-beantwortbare) Frage,was denn aus der Beziehung
    Napoleon und Österreich geworden wäre wenn Erzherzog Karl das Angebot von
    Napoleon angenommen hätte(1809)Kaiser Franz anzusetzen und stattdessen ihn
    (Erzherzog Karl) als dessen Nachfolger einzusetzen.
    Diesbezüglich gab es ein Treffen in Stammersdorf(bei Wien) 1809,wobei Napoleon Erzherzog Karl einen Ehrensäbel(in Anerkennung seiner militärischen
    Verdienste) überreichte und ihm dieses Angebot machte.Erzherzog Karl hat es
    abgelehnt,aus Loyalität gegenüber seinem Bruder(wie ich meine).Napoleon
    wieder war darüber verärgert und schimpfte diesbezüglich auf Erzherzog Karl,
    über den er sich ja ansonsten immer anerkennend geäußert hat(auch noch auf
    St.Helena,wo er dessen militärische Schriften las). So viel Anstand war Napoleon ja von seinen eigenen Brüdern her nicht gewöhnt!!!
    Im übrigen legt all dies auch die Vermutung nahe dass Napoleon keinerlei In-
    resse hatte,andauernd mit Österreich im Krieg zu liegen.Scheinbar dachte er
    wohl,zwei Militärs würden besser auskommen miteinander!

    Viele Grüsse,

    IRENE.

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  • Irene Hartlmayr
    antwortet
    Aristokratisches

    Zitat von KDF10 Beitrag anzeigen
    Katharina hat sich, soweit mir bekannt ist, nie für Napoleon interessiert. Einige Historiker sind sogar der Meinung, dass sie Georg von Oldenburg nur geheiratet hat, damit sie nicht mehr auf der "Wunschliste" von Napoleon stand. Es gibt eine Reihe von Briefen die Katharina an Alexander I. schrieb, aus denen man erkennen kann, dass sie von Napoleon überhaupt nichts hielt. Alexander I. hat mit diieser Heiratsgeschichte überhaupt nichts zu tun. Die treibende Kraft war seine Mutter Maria Fjedorowna, vorher Sophie Dorothee von Württemberg. Russland galt damals als wildes unzivilisiertes Land, weshalb man sich deshalb dort in der Zarenfamilie besonders aristokratisch gab. Eine Heirat einer ihrer Töchter mit dem "Emporkömmling" Napoleon kam für Maria Fjedorowna überhaupt nicht in Frage.

    Napoleons Anerkennungssucht, wie du es schreibst, hat ganz andere Gründe. Er war sich bewusst, dass er nie als vollwertiges Mitglied im Kreis des Hochadels akzeptiert werden würde. Ein Sohn des Kaisers von Frankreich und einer Prinzessin aus Österreich hätte eine ganz andere Position innerhalb des Hochadels gehabt. Persönlich halte ich das übrigens für einen Schmäh, dass sich Napoleon jemals überhaupt wirklich für eine russische Prinzessin interessiert hat. Damit hat er nur Österreich unter Druck gesetzt. Eine Prinzessin aus Österreich war politisch viel wertvoller als eine aus Russland. Und eine familiäre Bindung zwischen Frankreich und Russland wäre für Österreich wirklich sehr bedrohlich gewesen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Metternich hier von Napoleon ausgetrickst wurde.

    Gruß

    Dieter
    Über Katharina habe ich ganz andere Dinge gelesen,bezüglich Napoleons.Aber,
    wer weiß es schon,wie üblich gibt es da unterschiedliche Behauptungen.
    Dass die aus Würtemberg stammende Mutter von Alexander diesbezüglich das letzte Wort hatte,ist mir bekannt.Eigentlich hätte sie aber auch anders denken können nachdem ihr "Stammland" von dem "Emporkömmling" zum Königreich
    erhoben worden war......(Undank ist der Welten Lohn.....).Katharina von Würtemberg war wiederum sehr angetan von Napoleon und zufrieden mit ihrer
    Ehe mit Jérôme,obwohl der sie andauernd betrogen hat.Ihr Bruder wiederum
    hat sich gleich nach 1813 von Napoleon losgesagt,was diesen recht verärgert
    hat-nachdem er sich für ihn gegenüber dessen Vater,in irgendeiner Angelegenheit,verwendet hatte.
    Dass Napoleon keine andere Möglichkeit gesehen hat um sein System in Europa
    zu festigen als durch Einheirat in eine alte Adelsfamilie hatte ich ja ausdrücklich geschrieben.
    Was er sich dabei wirklich gedacht hat wissen wir ja wieder einmal nicht.Das
    übliche Dilemma!
    Aber sicher hat sich Metternich( mit gewohnter Arroganz und Süffisanz)als den "Stifter" dieser Ehe gesehen.
    Ich glaube dennoch dass Napoleon schwer enttäuscht war von Alexanders Be-
    nehmen,ganz allgemein-und trotz aller "Berechnungen".

    Viele Grüsse.
    IRENE.

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  • KDF10
    antwortet
    Zitat von excideuil Beitrag anzeigen
    Warum machte die österreichische Erzherzogin mehr her?

    Man darf bei der Wahl einer "neuen" Kaiserin - die vor allem den ersehnten Thronfolger bringen sollte -, nicht die Bündniskonstellationen vergessen. Tilsit hatte nicht alle Fragen abschließend geklärt, ein weiterer Kongress war verabredet. Was lag also näher, als im Zuge der Klärung dieser Fragen auch eine dynastische Verbindung anzustreben? Ich kann mich dieser Logik jedenfalls nicht entziehen, auch unter dem Aspekt, dass Projekte wie Indien Thema waren.

    Der aufschiebend ablehnende Bescheid aus St. Petersburg brachte doch erst andere Kandidatinnen ins Gespräch. Und so war es doch Napoleon, nicht Metternich, der unter Druck geriet.
    Sicherlich fiel Metternich (und Co.) der "Erfolg" in den Schoß, dennoch war die dynastische Verbindung eine gewisse Garantie, dass Österreich nicht so mal eben von der Landkarte verschwinden würde und bot - wie der Vertrag von 1812 zeigt - sogar Möglichkeiten, um im Interesse Österreichs zu verhandeln. Und dies war nach 1809 bitter nötig.
    Grüße
    excideuil
    Der "aufschiebend ablehnende Bescheid" aus St. Petersburg traf erst in Paris ein, als sich Napoleon bereits für Marie Louise entschieden hatte. Das führte zu erheblichen Spannungen zwischen Paris und St. Petersburg, weil Alexander I. sich, wie man es heute formulieren würde, verar***t fühlte. Napoleon fühlte sich auch vorgeführt, weil man ihn um mehrere Jahre vertrösten wollte. Warum eine österreichische Prinzessin wertvoller war als eine russische, läßt sich ganz einfach erklären. Die österreichische Dynastie war mehrere hundert Jahre älter als die russische. Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, traf das Schreiben aus St. Petersburg Ende Februar ein. Da war die Hochzeit mit Marie Louise längst vereinbart. Die Ferntrauung von Napoleon und Marie Louise fand am 11. März 1810 statt.


    Gruß

    Dieter
    Zuletzt geändert von KDF10; 06.12.2013, 17:54.

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  • excideuil
    antwortet
    Zitat von KDF10 Beitrag anzeigen
    Die Tochter des österreichischen Kaisers, verbunden mit dem französischen Kaiser macht politisch mehr her. Zudem war Franz auch der letzte Kaiser des HRR. Napoleon wollte ein verbündetes Europa unter französischer Führung. Der Papst sollte seinen Hauptsitz in Paris haben. Ein HRR französischer Nation? Kann man jedenfalls nicht ausschließen. Natürlich war Metternich ein schlauer Fuchs, aber ich sehe keine Verbindung zwischen der Heirat Napoleons 1810 und dem Vertrag vom 14. März 1812.
    Warum machte die österreichische Erzherzogin mehr her?

    Man darf bei der Wahl einer "neuen" Kaiserin - die vor allem den ersehnten Thronfolger bringen sollte -, nicht die Bündniskonstellationen vergessen. Tilsit hatte nicht alle Fragen abschließend geklärt, ein weiterer Kongress war verabredet. Was lag also näher, als im Zuge der Klärung dieser Fragen auch eine dynastische Verbindung anzustreben? Ich kann mich dieser Logik jedenfalls nicht entziehen, auch unter dem Aspekt, dass Projekte wie Indien Thema waren.

    Der aufschiebend ablehnende Bescheid aus St. Petersburg brachte doch erst andere Kandidatinnen ins Gespräch. Und so war es doch Napoleon, nicht Metternich, der unter Druck geriet.
    Sicherlich fiel Metternich (und Co.) der "Erfolg" in den Schoß, dennoch war die dynastische Verbindung eine gewisse Garantie, dass Österreich nicht so mal eben von der Landkarte verschwinden würde und bot - wie der Vertrag von 1812 zeigt - sogar Möglichkeiten, um im Interesse Österreichs zu verhandeln. Und dies war nach 1809 bitter nötig.
    Zitat von KDF10 Beitrag anzeigen
    Ich frage mich nur, ob der Angriff der Österreicher 1809 wirklich als Angriff gegen Napoleon geplant war? Momentan tendiere ich eher zu der Ansicht, dass das eine österreichische Fehleinschätzung war. Frankreich war in Spanien beschäftigt und deshalb glaubte man in Österreich, dass das eine gute Gelegenheit war, Bayern zu besetzen.
    Ja, war er. Österreich hoffte, dass sich die anderen deutschen Staaten dem Kampf gegen Napoleon anschließen würden. Entsprechende Aufrufe wurden propagiert. Gleichzeitig hoffte man auf Unterstützung durch die Opposition in Frankreich. Beides sollte sich nicht erfüllen.

    Grüße
    excideuil

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  • HKDW
    antwortet
    Das wäre doch eine zu naiv dumme Ansicht Österreichs gewesen, ein ähnliches Ziel hatten es ja auch schon unter anderem 1805 - die Konsquenzen sind bekannt.
    Bayern war ein Mitglied des Rheinbundes und deren oberster Schützer war Napoléon - eine Invasion Bayerns musste geradezu die Franzosen auf den Plan rufen und den ganzen Rheinbund dazu.

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  • KDF10
    antwortet
    Zitat von muheijo Beitrag anzeigen
    Fuer Østerreich bedeutete es den Zugang zum Mittelmeer - ohne diese war Østerreich ein Binnenstaat geworden; fuer Frankreich bedeutete es die Sicherstellung der Kontinentalsperre auch an dieser Kueste.

    Essentiell fuer beide, die Abtretung hat dem Franz sicher weh getan.

    Gruss, muheijo
    Danke Muheijo, du hast zweifellos recht. Ich frage mich nur, ob der Angriff der Österreicher 1809 wirklich als Angriff gegen Napoleon geplant war? Momentan tendiere ich eher zu der Ansicht, dass das eine österreichische Fehleinschätzung war. Frankreich war in Spanien beschäftigt und deshalb glaubte man in Österreich, dass das eine gute Gelegenheit war, Bayern zu besetzen.

    Gruß Dieter

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  • muheijo
    antwortet
    Zitat von KDF10 Beitrag anzeigen
    Waren die Illyrischen Provinzen ... wirklich so interessant?
    Fuer Østerreich bedeutete es den Zugang zum Mittelmeer - ohne diese war Østerreich ein Binnenstaat geworden; fuer Frankreich bedeutete es die Sicherstellung der Kontinentalsperre auch an dieser Kueste.

    Essentiell fuer beide, die Abtretung hat dem Franz sicher weh getan.

    Gruss, muheijo

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  • KDF10
    antwortet
    Zitat von excideuil Beitrag anzeigen
    Damit standen noch eine österreichische oder eine sächsische Prizessin zur Wahl. Im Grunde die Chance für Österreich, einer mögl. Vernichtung zu entgehen. Aber es gelang noch mehr. Metternich konnte mit dem Bündnisvertrag vom 14. März 1812 neben den zu stellenden 30000 Mann gegen Rußland mögliche Erwerbungen der Illyschen Provinzen und preuß. Schlesien für Österreich aushandeln. Mit diplomatischen Verbindungen zu Engl., Rußland ... hielt er sich zudem alle Optionen selbst für den Fall der Niederlage Napoleons offen.
    Österreich konnte mit der Heirat nur gewinnen, auch wenn diese die "schöne Färse" (de Ligne) Marie Luise kostete.

    Grüße
    excideuil
    Die Tochter des österreichischen Kaisers, verbunden mit dem französischen Kaiser macht politisch mehr her. Zudem war Franz auch der letzte Kaiser des HRR. Napoleon wollte ein verbündetes Europa unter französischer Führung. Der Papst sollte seinen Hauptsitz in Paris haben. Ein HRR französischer Nation? Kann man jedenfalls nicht ausschließen. Natürlich war Metternich ein schlauer Fuchs, aber ich sehe keine Verbindung zwischen der Heirat Napoleons 1810 und dem Vertrag vom 14. März 1812.

    Waren die Illyrischen Provinzen und das preußische Schlesien wirklich so interessant? Oder nur das erreichbare Minimum? Die Verschiebung Bayerns nach Belgien wäre doch viel interessanter gewesen. Napoleon konnte das nicht zulassen, da dass inzwischen französisch war. Das war in Österreich durchaus ein Thema. Kurfürst Karl II. Theodor, der auch Bayern regierte, fand die österreichischen Niederlande viel interessanter als Bayern. Leider starb er 1799. Sollte man nicht vergessen und erklärt auch die Angriffe Österreichs auf Bayern. Ich hatte das schon einmal an anderer Stelle angesprochen. Hier dazu eine Quelle http://books.google.de/books?id=iLKA...rlande&f=false

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  • excideuil
    antwortet
    Zitat von gnlwth Beitrag anzeigen
    Ich komme spontan auf 14 oder 15, je nachdem, ob man die Weihe zum Bischof zu den Schwueren rechnen kann oder nicht (der wesentliche (und kritische) Schwur in dieser Hinsicht war ja der, den er bei seiner Amtseinfuehrung in Autun geleistet hat):
    1. Papst Clemens XIII, zur Priesterweihe, Dezember 1779
    2. (Mgr de Grimaldi, Bischof von Noyon zur Weihe zum Bischof, Januar 1789)
    3. Papst Clemens XIV, offizielle Amtseinfuehrung als Bischof von Autun, ebenda, Maerz 1789
    4. Louis XVI, zur Einberufung der Generalstaende 1789
    5. Koenig und Verfassung, 14. Juli 1790
    6. Zivilverfassung des Klerus, 28. Dezember 1790
    7. Direktorium, 1795
    8. Direktorium, 1796, zur Ernennung zum Aussenminister
    9. Drei Konsuln: Bonaparte, Sieyes, Ducos
    10. Ein Konsul: Bonaparte
    11. Kaiser Napoleon
    12. Louis XVIII, 1814 (vor dem Wiener Kongress)
    13. Louis XVIII, 1815 (nach den 100 Tagen)
    14. Charles X, 1824
    15. Louis Philippe, 1830

    Respekt, gnlwth, dann lag ich mit "kaum noch zählen" gar nicht so daneben. Dass es so viele waren, hätte ich jetzt nicht vermutut, aber in 50 Jahren an der Macht "sammelt" sich einiges an

    Vielen Dank für die Aufzählung!

    Grüße
    excideuil

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  • excideuil
    antwortet
    Zitat von KDF10 Beitrag anzeigen
    Napoleons Anerkennungssucht, wie du es schreibst, hat ganz andere Gründe. Er war sich bewusst, dass er nie als vollwertiges Mitglied im Kreis des Hochadels akzeptiert werden würde. Ein Sohn des Kaisers von Frankreich und einer Prinzessin aus Österreich hätte eine ganz andere Position innerhalb des Hochadels gehabt. Persönlich halte ich das übrigens für einen Schmäh, dass sich Napoleon jemals überhaupt wirklich für eine russische Prinzessin interessiert hat. Damit hat er nur Österreich unter Druck gesetzt. Eine Prinzessin aus Österreich war politisch viel wertvoller als eine aus Russland. Und eine familiäre Bindung zwischen Frankreich und Russland wäre für Österreich wirklich sehr bedrohlich gewesen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Metternich hier von Napoleon ausgetrickst wurde.
    Napoleon hat tatsächlich zunächst auf eine russische Prinzessin gesetzt. Bereits im Zuge von Erfurt 1808 hatten Talleyrand und Caulaincourt in dieser Richtung beim Zaren zu sondieren, was beide - ich will es mal vorsichtig formulieren - nicht wirklich mit Nachdruck betrieben.
    Der Zar selbst konnte sich hinter seiner Mutter verstecken, die unter keinen Umständen dynastisch mit Napoleon verbunden sein wollte und legte das Projekt aufs Eis.

    Damit standen noch eine österreichische oder eine sächsische Prizessin zur Wahl. Im Grunde die Chance für Österreich, einer mögl. Vernichtung zu entgehen. Aber es gelang noch mehr. Metternich konnte mit dem Bündnisvertrag vom 14. März 1812 neben den zu stellenden 30000 Mann gegen Rußland mögliche Erwerbungen der Illyschen Provinzen und preuß. Schlesien für Österreich aushandeln. Mit diplomatischen Verbindungen zu Engl., Rußland ... hielt er sich zudem alle Optionen selbst für den Fall der Niederlage Napoleons offen.
    Österreich konnte mit der Heirat nur gewinnen, auch wenn diese die "schöne Färse" (de Ligne) Marie Luise kostete.

    Grüße
    excideuil

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  • KDF10
    antwortet
    Zitat von Irene Hartlmayr Beitrag anzeigen
    Katharina,die Schwester Alexanders,soll sich sogar für Napoleon interessiert haben-aus welchen Gründen auch immer-aber Alexander wollte offensichtlich
    keine diesbezügliche Allianz.Seine Beziehung zu Napoleon war ja anscheinend
    von Anfang an keineswegs ehrlich gemeint.

    Bloss Die ganzen Adelsverwandschaften waren ein weitverzweigtes Netzwerk,das
    Euopa ganz schön im Griff hatte.Leider hat sich Napoleon dazu verleiten lassen,
    aus "Anerkennungssucht",wie ich meine,sich hier eingliedern zu wollen.Allerdings
    sah er auch keine andere Möglichkeit seine "Neue Ordnung"(wie er sie nannte)
    auf Dauer zu festigen(durch Einheirat,genau so wie die Anderen es taten).
    Was Du über Franz schreibst ist vollkommen richtig und leitet über zu Punkt 6
    meiner Vorschläge zum Grundthema "Napoleon und Österreich".
    Franz war in der Tat kein Herrscher für Kriegszeiten,auch nicht für Neuerungen
    oder Neue Ansätze irgendwelcher Art.Warscheinlich wäre er glücklicher gewesen
    als Privatperson,wo man ihn im Kraut gelassen hätte mit Familie,seinen Büchern
    und seinen Pflanzen.

    Er hat sich aber,genauso wie seine beiden Brüder Karl und Johann,nach Napoleons Sturz liebevoll um dessen kleinen Sohn gekümmert-und der war auch
    dankbar dafür.

    Viele Grüsse,
    IRENE.
    Katharina hat sich, soweit mir bekannt ist, nie für Napoleon interessiert. Einige Historiker sind sogar der Meinung, dass sie Georg von Oldenburg nur geheiratet hat, damit sie nicht mehr auf der "Wunschliste" von Napoleon stand. Es gibt eine Reihe von Briefen die Katharina an Alexander I. schrieb, aus denen man erkennen kann, dass sie von Napoleon überhaupt nichts hielt. Alexander I. hat mit diieser Heiratsgeschichte überhaupt nichts zu tun. Die treibende Kraft war seine Mutter Maria Fjedorowna, vorher Sophie Dorothee von Württemberg. Russland galt damals als wildes unzivilisiertes Land, weshalb man sich deshalb dort in der Zarenfamilie besonders aristokratisch gab. Eine Heirat einer ihrer Töchter mit dem "Emporkömmling" Napoleon kam für Maria Fjedorowna überhaupt nicht in Frage.

    Napoleons Anerkennungssucht, wie du es schreibst, hat ganz andere Gründe. Er war sich bewusst, dass er nie als vollwertiges Mitglied im Kreis des Hochadels akzeptiert werden würde. Ein Sohn des Kaisers von Frankreich und einer Prinzessin aus Österreich hätte eine ganz andere Position innerhalb des Hochadels gehabt. Persönlich halte ich das übrigens für einen Schmäh, dass sich Napoleon jemals überhaupt wirklich für eine russische Prinzessin interessiert hat. Damit hat er nur Österreich unter Druck gesetzt. Eine Prinzessin aus Österreich war politisch viel wertvoller als eine aus Russland. Und eine familiäre Bindung zwischen Frankreich und Russland wäre für Österreich wirklich sehr bedrohlich gewesen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Metternich hier von Napoleon ausgetrickst wurde.

    Gruß

    Dieter
    Zuletzt geändert von KDF10; 04.12.2013, 18:37.

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  • gnlwth
    antwortet
    Hallo und kurze Einmischung:

    Zitat von excideuil Beitrag anzeigen
    [...]und Talleyrand seine Schwüre kaum noch zählen konnte.

    Ich komme spontan auf 14 oder 15, je nachdem, ob man die Weihe zum Bischof zu den Schwueren rechnen kann oder nicht (der wesentliche (und kritische) Schwur in dieser Hinsicht war ja der, den er bei seiner Amtseinfuehrung in Autun geleistet hat):
    1. Papst Clemens XIII, zur Priesterweihe, Dezember 1779
    2. (Mgr de Grimaldi, Bischof von Noyon zur Weihe zum Bischof, Januar 1789)
    3. Papst Clemens XIV, offizielle Amtseinfuehrung als Bischof von Autun, ebenda, Maerz 1789
    4. Louis XVI, zur Einberufung der Generalstaende 1789
    5. Koenig und Verfassung, 14. Juli 1790
    6. Zivilverfassung des Klerus, 28. Dezember 1790
    7. Direktorium, 1795
    8. Direktorium, 1796, zur Ernennung zum Aussenminister
    9. Drei Konsuln: Bonaparte, Sieyes, Ducos
    10. Ein Konsul: Bonaparte
    11. Kaiser Napoleon
    12. Louis XVIII, 1814 (vor dem Wiener Kongress)
    13. Louis XVIII, 1815 (nach den 100 Tagen)
    14. Charles X, 1824
    15. Louis Philippe, 1830



    Viele Gruesse,
    gnlwth

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  • HKDW
    antwortet
    Talleyrand war immer für ein Bündnis mit Österreich und dies aus guten Gründen.
    Die gleiche Vorstellung hatte ja Erzherzog Karl auch - zumindest ein Bündnis auf Zeit mit Frankreich.

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  • Irene Hartlmayr
    antwortet
    Adelsverwandschaften und Anderes

    Zitat von KDF10 Beitrag anzeigen
    Danke für deine Hinweise zu den Emigranten in Österreich. In Deutschland sind die Emigranten in Russland populärer, was sicherlich auch an Namen wie Clausewitz, Diebitsch, Alexander und Eugen von Württemberg liegt. Wobei die letzten drei überhaupt keine Emigranten waren, die haben nur ihre militärische Karriere in Russland im Auge gehabt. Das gilt ebenso für Bennigsen. Dazu kommt die traditionelle Verbindung der Zarenfamilie mit Deutschland. Die Mutter von Alexander I. war Deutsche und ebenso seine Großmutter. Nach dem Tod von Alexander I. war (bis zur Ermordung der Zarenfamilie) nur ein Zar nicht mit einer Deutschen verheiratet. Und Georg von Oldenburg heiratete 1809 Katharina Pawlowna, eine Schwester von Alexander I. Auf die hatte es Napoleon ja angeblich auch abgesehen. Franz II., später Franz I. war auch mit einer Deutschen verheiratet, nämlich Elisabeth von Württemberg. Ich bin kein Adelsexperte, aber diese ganzen Adelsverwandschaften machen mich nachdenklich.

    Der österreichische Kaiser Franz war in meinen Augen eine Fehlbesetzung für Kriegszeiten. Dazu war er zu weich, was übrigens genauso für den preußischen König gilt. In beiden Fällen bestimmten die Berater die Geschichte. Franz war ausgebildeter Gärtner und einer der bedeutendsten Botaniker seiner Zeit. Ein Kriegsherr war er nicht, ebensowenig wie Friedrich Wilhelm III. Auch davon hat Napoleon profitiert. Sowohl Franz wie auch Friedrich Wilhelm waren Familienmenschen und die taugen nicht für Kriege. Einfach mal auf die Zahl der Kinder schauen, die beide gezeugt haben.

    Gruß

    Dieter
    Ja,das ist richtig.Die Russen waren natürlich näher bei der Hand und es gab sehr viele,bereits bestehende Verbindungen und Verknüpfungen.
    Katharina,die Schwester Alexanders,soll sich sogar für Napoleon interessiert haben-aus welchen Gründen auch immer-aber Alexander wollte offensichtlich
    keine diesbezügliche Allianz.Seine Beziehung zu Napoleon war ja anscheinend
    von Anfang an keineswegs ehrlich gemeint.Bloss Napoleon ist ihm anscheinend
    doch ordentlich auf den Leim gegangen.
    Die ganzen Adelsverwandschaften waren ein weitverzweigtes Netzwerk,das
    Euopa ganz schön im Griff hatte.Leider hat sich Napoleon dazu verleiten lassen,
    aus "Anerkennungssucht",wie ich meine,sich hier eingliedern zu wollen.Allerdings
    sah er auch keine andere Möglichkeit seine "Neue Ordnung"(wie er sie nannte)
    auf Dauer zu festigen(durch Einheirat,genau so wie die Anderen es taten).Was
    ja auch nicht unvernünftig war.Sie haben ihn aber Alle miteinander trotzdem
    nie "psychologisch" akzeptiert(mit Ausnahme von Friedrich August von Sachsen). Diese Arroganz gegenüber dem "Emporkömmling" habe ich ja an
    anderer Stelle schon festgehalten.
    Was Du über Franz schreibst ist vollkommen richtig und leitet über zu Punkt 6
    meiner Vorschläge zum Grundthema "Napoleon und Österreich".
    Franz war in der Tat kein Herrscher für Kriegszeiten,auch nicht für Neuerungen
    oder Neue Ansätze irgendwelcher Art.Warscheinlich wäre er glücklicher gewesen
    als Privatperson,wo man ihn im Kraut gelassen hätte mit Familie,seinen Büchern
    und seinen Pflanzen.
    Er stand auch hoch prominent auf der Liste derjenigen "Alteingesessenen",die
    auf den "Emporkömmling" herabsahen;nach dem Motto "Der Bonaparte ist doch
    ein widerlicher Kerl"( das sagte er nach dem Treffen bei Auterlitz zu Fürst Liechtenstein,der ihn dorthin begleitet hatte).(Klingt übrigens nach einer Trotzantwort !).
    Als Marie-Louise sich,nach ihrer Verheiratung,ihrem Vater gegenüber positiv über Napoleon geäußert hatte,sagte Franz "Ich glaub's ihr nicht".
    Auch nachher hat sich sein Bild von Napoleon offensichtlich nicht geändert.
    Er hat sich aber,genauso wie seine beiden Brüder Karl und Johann,nach Napoleons Sturz liebevoll um dessen kleinen Sohn gekümmert-und der war auch
    dankbar dafür.

    Viele Grüsse,
    IRENE.

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